Orientieren ist Bestandteil des militärischen Lebens seit jeher. Aus dieser Tugend setzten sich einige beherzte Soldaten 1967 unter der Leitung von Julius Weller in der Von der Groeben-Kaserne zusammen, gründeten die Sektion Orientierungslauf und machten es zu ihrem Hobby. Es waren zuerst vor allem militärische Karten, auf denen gelaufen wurde. Die erste Spezialkarte wurde 1975 aufgenommen und 1976 gab es bereits die erste Staatsmeisterschaft in Feldbach. Sportlicher Leistungsträger war damals vor allem Alois Kaufmann, der ganz vorne mitmischte.

Weitere Impulse gab es dann Anfang 1980. Franz Neuhold, Rudi Schwarz und Hans Luttenberger brachten frisches Leben in die Sektion und die Mitgliederzahl ging stark nach oben. 1982 wurde ein OL-Cup, vorwiegend auf militärischen Karten, mit jährlich fünf Läufen ins Leben gerufen, der bis heute ununterbrochen durchgeführt wird.

Sportlich führte Franz Neuhold, mit dem bei steirischen und österreichischen Veranstaltungen immer zu rechnen war, die Sektion. Auch das regelmäßige Training mit bis zu 20 Schülern unter seiner Leitung prägte diese Zeit. 

Franz Neuhold: erfolgreicher Läufer, rühriger Sektionsleiter und Nachwuchsbetreuer in den 1980ern

1986 wurde ein Länderkampf mit 6 Nationen in der Allgemeinen- und Juniorenklasse erfolgreich durchgeführt. In diese Zeit fällt auch die Unterstützung neuer OL Glutnester in Straden und Fürstenfeld mit Aufnahme von OL Karten im Stadtwald bei Fürstenfeld und in Straden durch Franz Neuhold.

Anfang der 90ziger Jahre hatte die OL Bewegung ihren Höhepunkt und die Feldbacher waren der fünftgrößte Verein in Österreich. Es wurden auch neue Karten aufgenommen durch die damaligen Spezialisten aus Russland. Unter Sektionsleiter Gerhard Jettl gab es die Staatsmeisterschaft im Sprint (erstmals mit 2 Läufen) in Paldau. Im darauffolgenden Jahr wurde die Österreichische Schulmeisterschaft auf den neuen Karten in Paldau und Kirchberg durchgeführt.

Große Begeisterung bei einer Vereinsmeisterschaft des HSV Feldbach in den 1990ern

Besonders erfolgreich waren damals die Frauwallner Buben. Willi und Walter waren regelmäßig auf den österreichischen Stockerlplätzen zu finden.

Mit der Jahrtausendwende hielt auch die Elektronik in den OL-Sport Einzug und der HSV Feldbach war einer der ersten österreichischen Vereine, die selbstständig über ein Sport Ident System verfügten.

Nachdem Hans Luttenberger ins Präsidium des HSV wechselte, übernahm Alois Fuchs die Sektion. Er zeichnete auch zahlreiche neue OL Karten wie Lödersdorf, Riegersburg, Dammwald, Steinberg und Raabau. Das Schwergewicht in den folgenden Jahren war neben dem jährlichen militärischen OL Cup die jährliche Durchführung einer Steirischen Meisterschaft oder Cuplaufes bis heute.

Besonderheiten gab es auch bei Auslandseinsätzen des ÖBH. Hans Luttenberger zeichnete 2003 eine OL Karte in Bosnien und ein internationaler OL wurde im Camp Suva Reka durchgeführt. Unter Walter Troisner gab es später auch in Bosnien im Camp Sarajevo einen OL-Wettkampf mit elektronischer Zeitnehmung.

Kartenausschnitt der Karte Casablanca (Kosovo) von Hans Luttenberger aus dem Jahr 2003

In den letzten Jahren wurde auch immer wieder eine Woche OL-Spezialtraining für Rekruten im Rahmen des durchzuführenden Sportmoduls während des Grundwehrdienstes personell und materiell unterstützt. Zu diesem Zweck sind viele neue Karten in der Nähe von Feldbach entstanden.

Mit dem Einzug des Mountainbikes im OL-Sport gab es weitere zusätzliche Impulse. Federführend sind hier vor allem Rudi Schwarz und Hans Luttenberger. 2017 wurde dann die erste Staatsmeisterschaft in der MTBO Mitteldistanz im Raum Fehring (Kroppiwald) veranstaltet, eine weitere gab es 2019 in Mühlgraben.

Die drei Musketiere des HSV Feldbach: von links Rudi Schwarz, Hans Luttenberger, Alois Fuchs

 Kartenausschnitt der MTBO-Karte Aschbuch -Mühlgraben aus dem Jahr 2019 (Aufnahme und Zeichnung: Rudolf Schwarz)

Die Feldbacher OL Gruppe verfügt über ein großes Repertoire an OL Karten Insgesamt sind es 21 Karten mit 131,4 km2  Die jüngeren davon werden  für Wettkämpfe aktuell gehalten.

Zahlreiche OL-Karten, sowohl für Fuß-OL als auch für MTBO, locken die OrientiererInnen in den Raum Feldbach

Die Zukunft des Orientierungslaufs in Feldbach ist ungewiss, die fortschreitende Veränderung der Gesellschaft, der Drang immer perfekter zu werden und vor allem die starke Regulierung und die damit verbundenen Einschränkungen machen es immer schwieriger, Verantwortungsträger und auch Sportbegeisterte für den sehr anspruchsvoll gewordenen Orientierungslauf zu finden.

Bericht: Hans Luttenberger