In diesen Tagen jährt sich zum 50. Mal der Gründungstag des Steirischen OL Verbandes. Der STOLV war der erste Orientierungslauf-Landesverband in Österreich.

Ganz genau fand die Gründungsversammlung (samt Wahl des Vorstandes) des OL- Landesverbandes Steiermark am 20. Februar 1970 in der Grazer Belgier-Kaserne statt.

Franz Trampusch wurde zum ersten Präsidenten gewählt und leitete den Verband bis 1976. Die nächsten zehn Jahre führte Sepp Hartinger den STOLV. Gerfried Hoch „schaffte“ sogar zwei lange Perioden als STOLV- Präsident. Er agierte mit großer Ausdauer von 1986 bis 1992 und von 2001 bis 2014. Von 1992 bis 2001 stand Franz Hartinger an der Spitze des STOLV. Und seit 2014 steht Herwig Proske an der Spitze des Steirischen Verbandes.

Die fünf Präsidenten des STOLV zwischen 1970 und 2020: Herwig Proske, Franz Hartinger, Gerfried Hoch, Sepp Hartinger, Franz Trampusch (von links nach rechts). Foto: Helmut Lerchegger

Steirische OL-Vereine und steirische OL-Funktionäre und Läufer haben die OL-Entwicklung seit den 1960er Jahren maßgebend mitbestimmt.

Nicht zufällig befindet sich das österreichweit führende Trainingszentrum im Orientierungslauf in Graz (seit 1989 Leistungssportmodell Orientierungslauf, ab 2012 Landesleistungszentrum OL in der Steiermark (Günter Kradischnig))

 Egal ob im Fuß-OL, im Schi-OL oder im Mountainbike Orienteering - fast immer fanden die österreichweiten Premieren-Wettkämpfe auf grün-weißem Boden statt.

  • 1963 OL in Kapfenberg
  • 1974 Ski-OL in den Gralla-Auen bei Leibnitz
  • 1976 Erste Staatsmeisterschaft im Ski-OL in Bad Mitterndorf
  • 1999 Erste Staatsmeisterschaft im MTBO in Bad Mitterndorf

 Aber auch auf anderen Gebieten fanden wichtig OL-Innovationen in der Steiermark statt:

  • 1997 Erster Bewerb mit elektronischer Postenkontrolle und Live-Streaming im Internet, Videowall und Zielarena
  • 1999 Erster Bewerb mit Sportident-Auswertung in Österreich in Graz

 In allen drei Sparten wurden auf heimischem Boden eine Vielzahl von nationalen und internationalen Wettkämpfen - bestens organisiert von unseren Vereinen - durchgeführt.

Internationale Großveranstaltungen - ein Überblick

  • 1975 Alpencup in Aigen (HSV Aigen in Zusammenarbeit mit dem Leibnitzer AC)
  • 1980 Alpencup in Leibnitz
  • 1981 bis 1986 sowie 1994 TIO MILA Austria im Raum Leibnitz
  • 1982 Ski-OL WM in Aigen (Wolf Eberle mit vielen Mitarbeitern aus der Steiermark)
  • 1984 Vorläufer der Junioren-WM in Hartberg (Karten Hannes Pacher)
  • 1986 Länderkampf: AUT – ITA – Jugoslawien im Kroppiwald bei Fehring (HSV Feldbach)
  • 1991 Erster OL-Alpen-Adria-Cup mit Wettkämpfen in Graz und Gleinstätten (Vereine: HSV Graz, Leibnitzer AC, OLC Graz)
  • 1997 und 1998: Park World Tour in Graz bzw. Schladming (OK: Sepp Hartinger, Günter Kradischnig und Team)
  • 2000 Champions-Week (inoffizielle WM im Sprint mit Teilnehmern aus 41 Nationen. Wettkämpfe in Ehrenhausen (Qualifikation) sowie Leibnitz (Finale) und Mixed-Sprintstaffel beim Schwarzl-See in Unterpremstätten
  • 2000 IOF-Welt-Kongress auf Schloss Seggau
  • 2002 Thermenland Open und Alpen-Adria-Cup in Fürstenfeld (TV Fürstenfeld)
  • 2008 Alpen-Adria-Cup in Graz (SU Schöckl)
  • 2015 Ski-O-Tour auf der Turracher Höhe (OLC Graz)
  • 2015 Alpen-Adria-Cup in Fürstenfeld und Bad Waltersdorf (OC Fürstenfeld)
  • 2019 City Race Euro Tour in Graz (Hannes Pacher und Team der SU Schöckl)

Erfolge steirischer Wettkämpfer

Bei den vielen Erfolgen steirischer Orientierer ragen bei den Elitenläufern die Top-Leistungen heraus:

  • Ursula Kadan vom OC Fürstenfeld (Bronze mit der österreichischen Mixed Staffel bei den World Games Kolumbien und Medaillen bei der Militär-WM)
  • Hannes Pacher(12. Platz bei der WM 1983 in Ungarn – damals Leibnitzer AC)
  • Thomas Krejci vom OLC Graz (Platz 13 bei der WM 2003 in der Schweiz)
  • WM-Titel von Lisi Sandrisser(geborene Hohenwarter vom Leibnitzer AC) in der österreichischen Damen-MTBO-Staffel 2009 in Israel.

Nicht vergessen werden sollen die Siege und Medaillen unserer heimischen Sportler bei den Bundesländerstaffeln, bei Jugend-Europameisterschaften, bei Junioren-Weltmeisterschaften, bei Schulweltmeisterschaften und die Rekordsiege im Alpen-Adria-Cup und nicht zuletzt bei den United World Games.

 

Das steirische Siegerteam beim Alpen-Adria Cup 2016 in Triest (Foto: Helmut Lerchegger)

Soweit ein kurzer erster Abriss über die STOLV Historie, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Quellen:

Festschrift: 20 Jahre Steirischer Orientierungslauf-Verband (1990)

50 Jahre ÖFOL – Sonderausgabe Orientierung 2016

Vieles wird es im heurigen Jubiläumsjahr zu reflektieren, zu recherchieren, zu berichten und zu organisieren geben. Am kommenden Dienstag werden in der Sitzung des Erweiterten STOLV-Vorstandes erste Schritte für das Jubiläumsjahr besprochen und eingeleitet werden.

Mehr darüber in Kürze.

(Franz Hartinger)