Die 1. und 3. Etappe fanden im Belgrad Forest statt – ein riesiges Naherholungsgebiet mit dichtem Eichenwald nördlich der Stadt. Charakteristisch für dieses Gebiet sind vor allem die Topographie (viele, viele Höhenmeter) und die Vegetation. Beides durfte man nicht unterschätzen – falsche Routenwahlen führen entweder in nicht enden wollende Anstiege bzw. Gräben oder in undurchdringbare Dornenfelder – auch eine Kombination aus beiden war eine Option. Die Läuferinformation vor dem Start sagt ja schon beschwichtigend: "In some places thorny undergrowth may slow down your pace!" Zusätzlich erschwerte der Regen und das Hochwasser die Situation noch deutlich. Bachüberquerungen waren ein echtes Abenteuer. Ein österr. Teilnehmer musste bei der ersten Etappe leidvoll diese Erfahrung machen und nach über 3 Stunden Laufzeit erschöpft aufgeben.
Der 2. Tag - eine Classic Distanz auf der Prinzess-Inseln Heybeliada (mit dem Schiff ca 1h von Istanbul entfernt) wurde tlw. im bebuschten Wald und auch in der Stadt ausgetragen. Die kleine Insel im Marmarameer wurde komplett als OL-Karte genutzt - wohl einer der landschaftlich schönsten Läufe überhaupt. Ein Posten direkt am Meer – der nächste Posten dann oben auf einer Klippe, dann wieder im Wald...
Für die 4. Etappe war eine längere Anfahrt mit ca 20 Bussen von 2,5h nach Agve - eine kleine Stadt am Schwarzen Meer - notwendig. Der dortige WRE-Sprint war aber sehr abwechslungsreich und schnell gesetzt - jeder kleine Fehler wurde bestraft.
In einer schönen aber langen Siegerehrung erhielten die Gewinner der jeweiligen Kat. ihre verdienten Medaillen.
Maximilian Lerchegger konnte in der stark besetzten Kat. H-18 (32 Teilnehmer) mit konstant guten Leistungen (Plazierungen: 5,3,4,2) die Bronzemedaille erringen und Österreich somit würdig bei diesem Bewerb vertreten.
Siegerehrung H18: 1.RUS 2.BUL 3.AUT (Foto: Lerchegger)
Als Abschluss am Sonntag gab es dann das „Schmankerl“ der Istanbul 5 days: der Supersprint im Grand Basar - ein Sammelsurium aus Gassen, Treppen und Höfen. Die Karte ist dabei im Maßstab 1:1500 gezeichnet ist und somit führt jede kleine Unkonzentriertheit zwingend zu Fehlern. Als Besonderheit kommt noch hinzu, dass sich das Laufgebiet über 2 Etagen erstreckt. Das Problem, ob ein Posten unten im Hof oder oben am Balkon steht, wurde vom Veranstalter ganz einfach gelöst: Rote Ringerl sind unten – grüne Ringerl eine Etage höher! Klingt einfach – ist es aber wirklich nicht! Ein Schweizer Teilnehmer der H45, der grün-rot farbenblind ist, stand vor einem Problem - aber die Organisation machte für Ihn kurzerhand zu jedem grünen Ringerl mit Kugelschreiber ein Kreuz hinzu. Und es funktionierte, er gewann seine Kategorie.
Die spärlich unbeleuchteten Gänge und Innenhöfe machten das orientieren nicht einfacher - eine Stirnlampe zum Kartenlesen hilft hier weiter. Es war einfach ein tolles Erlebnis an den verlassenen Marktständen vorbeizulaufen – immer konzentriert um ja nicht den Kartenkontakt zu verlieren.
Fazit: Istanbul 5 days ist eine Reise wert - diesen Event sollte man erlebt haben.